Kuba | Eine Delegationsreise unter Leitung der Bayerischen Wirtschaftsstaatssekretärin Katja Hessel führte im November 2009 bayerische Politiker und Unternehmer nach Kuba und Kolumbien. Mit dabei waren auch zwei mainfränkische Unternehmen.

Im Rahmen eines Empfangs in der Deutschen Botschaft in Havanna informierte sich die bayerische Wirtschaftsdelegation über die aktuelle wirtschaftliche und politische Lage in Kuba. Im Bild (v. l.): IHK-Hauptgeschäftsführer Professor Dr. Ralf Jahn; MdL Erwin Huber, Staatsminister a.D.; Dr. Claude-Robert Ellner, Deutscher Botschafter in Kuba; Wirtschaftsstaatssekretärin Katja Hessel, Horst Arnold, geschäftsführender Gesellschafter der Arnold Speditions GmbH, Rimpar und Norbert Seis, geschäftsführender Gesellschafter der AKUD-MedPharm/ProMedKlinik, Volkach.

Kuba, die Größte der Antilleninseln,  hat mehr zu bieten als in die Jahre  gekommene amerikanische Autokarossen,  lange Sandstrände, Rum und Zigarren.  Die sozialistische Republik mit ihren  rund 11,2 Millionen Einwohnern, über zwei  Millionen davon in der Hauptstadt Havanna,  ist auch ein interessanter Auslandsmarkt  für deutsche Investoren – allerdings derzeit  mit erheblichen Risiken belastet. Im Sog des  US-amerikanischen Handelsembargos hat  inzwischen die angespannte Finanzlage auf  Kuba auch dem deutsch-kubanischen Handelsaustausch  viel Dynamik entzogen. Im  Jahr 2008 gaHab es im deutsch-kubanischen  Handel noch ein Volumenzuwachs von deutschen Ausfuhren im Wert von mehr als  303 Millionen US-Dollar, dem standen deutsche  Einfuhren von rund 60 Millionen USDollar  gegenüber. Aus deutscher Sicht interessant  waren hierbei vor allem der Export  von Maschinen, Apparaturen und Ausrüstungen  für die Energie- und Wasserwirtschaft  sowie Nachrichtentechnik, während  auf dem Importmarkt aus Kuba Nickel-,  Tabakwaren und alkoholische Getränke bezogen  wurden. Innerhalb Bayerns ist Kuba  inzwischen von Rang 16 auf den zehnten  Platz der wichtigsten Handelspartner Bayerns  vorgerückt. Für Kuba selbst sind Venezuela,  Brasilien, Russland und China inzwischen  die wichtigsten Handelspartner.

 

Ein weiteres Wachstum des deutsch-kubanischen  Handelsaustausches ist in 2009  eher unwahrscheinlich. Noch immer ist  zwar der kubanische Bedarf an deutscher  Technologie ungebrochen hoch, jedoch  bremsen Probleme bei der Finanzierung  mögliche Auslandsinvestitionen aus  Deutschland. Kredite sind selbst für deutsche  Lieferanten nur noch äußerst schwer  erhältlich, die Hermes-Kreditversicherung  „ratet“ Kuba auf einem hinteren Rang. Das  bedeutet derzeit erhebliche Finanzierungsund  Zahlungsrisiken für deutsche Unternehmer,  wie auch die Deutsche Botschaft in  Havanna bestätigt.  Die angespannte Finanzlage auf Kuba entzieht  dem deutsch-kubanischem Handelsaustausch  viel der bisherigen Dynamik.  Grund hierfür sind vor allem wegbrechende  Deviseneinnahmen aus dem Export von Nickel,  Kobalt, Tabak und Zucker sowie aus  dem Tourismus. Hinzu kommen Risiken  durch die hohe Abhängigkeit Kubas von der  venezuelanischen Rohölversorgung. Dennoch  bestehen Lieferchancen auch für bayerische  Unternehmen bei Ausrüstungen  aus den Bereichen alternative Energien,  Wasserwirtschaft und Lebensmittelindustrie  sowie bei Ersatzteilen für Nutzfahrzeuge  und Mobilfunk. Auf der diesjährigen „27. Feria Internacional  de La Habana“ auf dem Messegelände  EXPOCUBA präsentierten sich über 1.200 Aussteller  aus 54 Ländern. Mit dabei waren  auch 40 deutsche Aussteller, davon neun  aus Bayern. Eines der Unternehmen war  die AKUD-MedPharm/ProMedKlinik aus  Volkach, die durch ihren Geschäftsführer  Norbert Seis vertreten war. Das Unternehmen  beschäftigt sich im Gesundheitssektor  mit dem Verkauf medizinischer Geräte und  Verbrauchsmaterial, Schulungen, Klinikbetrieb  und Gesundheitsdienstleistungen.  Auch Horst Arnold, Chef der Arnold Speditions  GmbH aus Rimpar, ein Spezialist für  Schwer- und Sondertransporte aller Art und  insbesondere Vermittler für Spezialequipment  im Bereich Hafen- und Containerkräne,  begleitete die bayerische Delegation.  Außenhandelsinformationen erhalten mainfränkische  Unternehmen vom Fachbereich  „International“ der IHK Würzburg-Schweinfurt:  Leiterin: Diplom-Volkswirtin Marion  Oker, Tel.: 0931 4194-353, E-Mail: oker@  wuerzburg.ihk.de sowie von Bayern International,  Bayerische Gesellschaft für internationale  Wirtschaftsbeziehungen, E-Mail:  info@bayern-international.de, Internet:  www.bayern-international.de

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